Eine ca. 50 Jahre alte Spundwand sollte mit einer Vorsatzschale aus Stahlbeton versehen werden. Hierzu war es erforderlich die Schalung an der vorhandenen Spundwand zu verankern. Da nicht auszuschließen war, dass sich die Blechdicke durch rückseitige Korrosion in den vergangenen 50 Jahren stark verringert hat, wurden im Bereich der Ankerstellen zerstörungsfreie Messungen zur Bestimmung der Blechdicken ausgeführt. Die Messungen erfolgten mit Ultraschall mit einem 7 MHz Prüfkopf. Probemessungen am oberen Ende der Spundwand ergaben, dass für eine zuverlässige Dickenmessung die Beschichtung abgeschliffen werden musste. Die Ankopplung des Messkopfes erfolgte mit konventionellem Ultraschallgel.



In der linken Bildhälfte ist ein Auszug aus der Schalung mit den planmäßigen Ankerstellen (blau) zu sehen, die blauen Zahlen geben die gemessene Blechdicke an der Stelle an. In der rechten Bildhälfte sind zwei sogenannte A-Bilder der Ultraschallmessung zu sehen. Im linken A-Bild die Messung an einem 5 mm dicken Kalibrierkörper und im rechten A-Bild die Messung an der Spundwand. Beim A-Bild der Messung an dem definierten Kalibrierkörper sind aufgrund der exakt planparallelen und geschliffenen Vorder- und Rückseite Vielfachreflexionen des Ultraschallimpulses bei 5 mm, 10 mm, 15 mm usw. zu erkennen. Beim A-Bild der Messung an der Spundwand erkennt man den signifikanten peak bei 7,6 mm und bei etwa 15 mm den deutlich schwächeren peak der ersten Vielfachreflexion.

Die Blechdicken wurden an insgesamt 80 Stellen bestimmt und statistisch ausgewertet. An lediglich 9 Untersuchungsstellen wurde die Blechdicke von 6 mm unterschritten, an 2 Stellen lag die Blechdicke unter 5 mm. Da diese Stellen alle im oberen Bereich der Spundwand lagen und dort der zu erwartende Schalungsdruck beim Betonieren gering ist, konnte die Schalung wie geplant an der Spundwand verankert werden.
